Die Fehlzeitenquote ist eine HR-Kennzahl, die angibt, wie viel Prozent der Sollarbeitszeit in einem Zeitraum durch Fehlzeiten ausgefallen ist. Du berechnest sie mit der Formel Fehltage geteilt durch Sollarbeitstage mal 100. Die Quote zeigt dir, wie stark Fehlzeiten durch Krankheit dein Unternehmen belasten. Und sie zeigt, ob ein Team oder eine Abteilung auffällig viele Ausfalltage hat.
Was ist die Fehlzeitenquote?
Die Fehlzeitenquote ist das Verhältnis der ausgefallenen zur geplanten Arbeitszeit, ausgedrückt in Prozent. Diese HR-Kennzahl gehört zu den wichtigsten Zahlen im Personalcontrolling, weil sie Ausfälle vergleichbar macht. Eine Fehlzeitenquote von 5 % bedeutet: An fünf von 100 geplanten Arbeitstagen fehlten die Mitarbeitenden.
Als Fehlzeiten zählen in der Regel ungeplante Abwesenheiten, vor allem Krankheit mit oder ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, unentschuldigtes Fehlen und Kuren. Urlaub, Feiertage, Elternzeit und Mutterschutz zählen meist nicht dazu, weil sie geplant sind und keine Störung im Betrieb anzeigen. Die genaue Abgrenzung legt jedes Unternehmen selbst fest. Wichtig ist nur, dass du die Fehlzeitenquote immer nach derselben Definition berechnest, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Die Fehlzeitenquote ist eng mit dem Thema Krankmeldung verbunden. Je sauberer du Krankmeldungen erfasst, desto verlässlicher wird die Kennzahl.
Fehlzeitenquote, Krankenquote oder Krankenstand: Wo liegt der Unterschied?
Die Fehlzeitenquote erfasst alle ungeplanten Abwesenheiten, die Krankheitsquote nur krankheitsbedingte Fehltage. In der Praxis nutzen viele Unternehmen die Begriffe Krankheitsquote, Krankenquote und Krankenstand als Synonyme. Sie meinen damit den Anteil der Arbeitszeit, der durch Krankheit ausfällt.
Die Abwesenheitsquote hat dagegen die breiteste Bedeutung. Sie umfasst alle Abwesenheiten, also auch Urlaub, Fortbildung oder Sonderurlaub. Für die Personalplanung ist die Abwesenheitsquote hilfreich. Für die Analyse von Gesundheit und Arbeitsbedingungen sind die Fehlzeitenquote und die Krankheitsquote aussagekräftiger, weil sie Fehlzeiten ohne geplante Abwesenheiten zeigen.
- Fehlzeitenquote: Anteil aller ungeplanten Fehltage an den Sollarbeitstagen, zum Beispiel Krankheit und unentschuldigtes Fehlen.
- Krankheitsquote, Krankenquote oder Krankenstand: Quote der Krankheitstage an den Sollarbeitstagen.
- Abwesenheitsquote: Quote aller Abwesenheiten an den Sollarbeitstagen, inklusive Urlaub und Weiterbildung.
Wie berechnest du die Fehlzeitenquote?
Die Formel für die Fehlzeitenquote lautet: Fehlzeitenquote = (Fehltage ÷ Sollarbeitstage) × 100. Die Formel funktioniert für einzelne Personen, für ein Team oder für das ganze Unternehmen. Statt Arbeitstage kannst du auch Stunden nutzen, das ist bei Teilzeit genauer.
So gehst du bei der Berechnung vor:
- Schritt 1: Lege den Zeitraum fest, zum Beispiel einen Monat, ein Quartal oder ein Jahr.
- Schritt 2: Ermittle die Sollarbeitstage, also die Tage, an denen alle Beschäftigten laut Vertrag hätten arbeiten sollen. Urlaub und Feiertage ziehst du vorher ab.
- Schritt 3: Zähle die Fehltage im selben Zeitraum, nach deiner festgelegten Definition.
- Schritt 4: Teile die Fehltage durch die Sollarbeitstage und multipliziere das Ergebnis mit 100. Das ist deine Fehlzeitenquote.
Beispiel: Fehlzeitenquote für ein Team berechnen
Ein Team hat 20 Mitarbeitende. Jede Person hat im Jahr 220 Sollarbeitstage, nach Abzug von Urlaub und Feiertagen. Das ergibt 4.400 Sollarbeitstage für das ganze Team, also die Anzahl der geplanten Arbeitstage. Im selben Jahr summieren sich die Fehltage auf 264.
Die Berechnung: 264 ÷ 4.400 × 100 = 6 %. Die Fehlzeitenquote des Teams liegt also bei 6 %. Pro Kopf sind das im Durchschnitt 13,2 Fehltage im Jahr. Mit diesen Zahlen vergleichst du das Team mit anderen Abteilungen oder mit dem Vorjahr.
Beispiel: Fehlzeitenquote auf Stundenbasis
Arbeiten viele Beschäftigte in Teilzeit, liefert die Formel in Stunden ein genaueres Ergebnis als Sollarbeitstage. Eine Abteilung hat im Quartal eine Sollarbeitszeit von 6.000 Stunden. Durch Krankheit fallen 240 Stunden aus. Die Fehlzeitenquote beträgt 240 ÷ 6.000 × 100 = 4 %.
Welche Fehlzeitenquote ist normal?
Eine normale Fehlzeitenquote gibt es nicht pauschal, weil die Quote stark von Branche, Tätigkeit und Altersstruktur abhängt. Branchen mit körperlicher Arbeit, etwa Pflege, Logistik oder Produktion, haben meist höhere Fehlzeiten als Büroberufe.
Sinnvoller als ein fester Zielwert ist der Vergleich mit dir selbst. Beobachte die Fehlzeitenquote über mehrere Jahre, pro Abteilung und pro Team. Steigt die Quote in einem Bereich deutlich, während sie anderswo stabil bleibt, ist das ein klares Signal. Aktuelle Zahlen zum Krankenstand in Deutschland und Branchen-Benchmarks zur Krankheitsquote veröffentlichen die Krankenkassen regelmäßig in ihren Gesundheitsreports.
Welche Ursachen hat eine hohe Fehlzeitenquote?
Eine hohe Fehlzeitenquote hat fast immer mehrere Ursachen, die sich gegenseitig verstärken. Gesundheit ist nur einer der Faktoren. Auch Arbeitsbedingungen, Führung und Arbeitsklima beeinflussen, wie oft die Mitarbeitenden ausfallen.
Die wichtigsten Gründe für steigende Ausfalltage sind:
- Hohe Arbeitsbelastung, Stress und Überstunden, die auf Dauer zu Erschöpfung und psychischen Erkrankungen führen.
- Körperlich belastende Arbeitsplätze, etwa durch schweres Heben, Lärm oder einseitige Haltung.
- Ein schlechtes Arbeitsklima, Konflikte im Team oder fehlende Wertschätzung durch die Führung.
- Geringe Zufriedenheit mit Aufgaben oder Entwicklungsmöglichkeiten.
Ein Teil der Fehlzeiten geht oft auf wenige lange Erkrankungen zurück. Prüfe deshalb immer, ob viele kurze Fehlzeiten oder einzelne Langzeiterkrankungen die Quote treiben. Die Maßnahmen dafür sind völlig unterschiedlich.
Wie senkst du die Fehlzeitenquote im Unternehmen?
Du senkst die Fehlzeitenquote am wirksamsten, wenn du die Ursachen gezielt angehst, statt nur auf die Zahl zu schauen. Am Anfang steht die Auswertung: Welche Abteilungen, welche Monate und welche Arten von Fehlzeiten fallen auf? Erst mit diesen Daten weißt du, wo Maßnahmen wirken.
Bewährte Maßnahmen gegen hohe Fehlzeiten sind:
- Betriebliches Gesundheitsmanagement mit Angeboten zu Bewegung, Ergonomie und Stressbewältigung.
- Rückkehrgespräche nach einer Krankheit, die Wertschätzung zeigen und Probleme am Arbeitsplatz früh sichtbar machen und das Wohlbefinden stärken.
- Ein strukturiertes betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) für Beschäftigte mit längeren Ausfällen.
- Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten, damit die Mitarbeitenden Beruf und Privatleben besser vereinbaren.
- Gute Führung, regelmäßiges Feedback und eine faire Verteilung der Arbeit, die die Mitarbeiterzufriedenheit stärkt.
- Präventive Angebote gegen Überlastung, etwa zur Burnout-Prävention.
Ziel ist ein gesundes Arbeitsumfeld, nicht Druck auf die Mitarbeitenden. Wer krank zur Arbeit kommt, senkt die Fehlzeitenquote nur scheinbar und riskiert weitere Fehlzeiten im Team.
Welche Fehler passieren bei der Auswertung der Fehlzeitenquote in der Praxis?
Der häufigste Fehler bei der Fehlzeitenquote ist eine uneinheitliche Datenbasis. Meldet ein Team Krankmeldungen per E-Mail und ein anderes per Anruf, stimmen die Zahlen in den Excel-Listen nie ganz. Jede Lücke bei den Ausfalltagen verfälscht die Quote sofort.
Weitere typische Probleme in der Praxis:
- Urlaub und Krankheit werden in derselben Liste geführt und bei der Berechnung nicht sauber getrennt.
- Die Sollarbeitstage werden für alle gleich angesetzt, obwohl Teilzeitkräfte weniger Sollarbeitstage haben.
- Medizinische Details landen in Tabellen, obwohl sie für die Auswertung nicht nötig sind und besonders sensibel sind.
Für die Fehlzeitenquote brauchst du nur Beginn, Dauer und Art der Abwesenheit, keine Diagnosen zur Arbeitsunfähigkeit. Die genauen und aktuellen Regeln zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten findest du bei der zuständigen Datenschutzbehörde. Mehr zur Auswertung von Ausfällen liest du in unserem Artikel zum Fehlzeitenreport.
So behältst du die Fehlzeitenquote in HoorayHR im Blick
HoorayHR ist eine All-in-one-HR-Software für KMU, mit der du Krankmeldungen erfasst und die Fehlzeitenquote ohne Excel auswertest. Mitarbeitende melden sich mit einem Klick in der App krank. Dabei erfassen wir nur die nötigen Informationen wie Beginn und voraussichtliche Rückkehr, keine medizinischen Details.
Offene Krankmeldungen siehst du direkt auf dem Dashboard, für jedes Team und alle Abteilungen. Mit HR Analytics wertest du Fehlzeiten pro Person, Team und Unternehmen aus und erkennst Trends bei der Krankheitsquote frühzeitig. Mehr zu Fehlzeiten von Beschäftigten liest du im HR-Lexikon. Weil Urlaub über die Abwesenheitsverwaltung im selben System läuft, trennst du geplante und ungeplante Abwesenheiten automatisch. So stimmt die Datenbasis für deine Berechnung von Anfang an.
Die Fehlzeitenquote ist kein Urteil über einzelne Personen, sondern ein Frühwarnsystem für dein Unternehmen. Wer sie regelmäßig misst, die Ursachen versteht und gezielt in Gesundheit und Arbeitsklima investiert, senkt Fehlzeiten nachhaltig. Und dein Team merkt, dass Gesundheit bei euch mehr ist als eine Zahl.
Wie oft solltest du die Fehlzeitenquote berechnen?
Die meisten Unternehmen berechnen die Fehlzeitenquote monatlich oder pro Quartal. So erkennst du saisonale Schwankungen der Quote früh genug, um gegenzusteuern. Eine jährliche Auswertung eignet sich zusätzlich für den Vergleich mit dem Vorjahr.
Zählt Urlaub zur Fehlzeitenquote?
Nein, Urlaub zählt in der Regel nicht zur Fehlzeitenquote, weil er geplant ist. Du ziehst Urlaub und Feiertage schon bei den Sollarbeitstagen ab. Wenn du alle Abwesenheiten inklusive Urlaub erfassen willst, berechnest du stattdessen die Abwesenheitsquote.
Was ist der Unterschied zwischen Fehltagen und Ausfalltagen?
Fehltage und Ausfalltage meinen meist dasselbe: Arbeitstage, an denen die Mitarbeitenden nicht wie geplant gearbeitet haben. Manche Unternehmen zählen bei Ausfalltagen nur Krankheit, bei Fehltagen auch unentschuldigtes Fehlen. Lege eine Definition fest und nutze sie bei jeder Berechnung.
Darf HR die Fehlzeitenquote einzelner Mitarbeitender auswerten?
HR darf Fehlzeiten der Mitarbeitenden auswerten, verarbeitet dabei aber nur die nötigen Daten. Diagnosen gehören nicht in die Auswertung. Ob und wie der Betriebsrat beteiligt wird, klärst du am besten frühzeitig im Unternehmen.
Welche Rolle spielt die Fehlzeitenquote bei der Lohnfortzahlung?
Die Fehlzeitenquote zeigt, wie viele Arbeitstage im Unternehmen ausfallen, und damit auch, wie hoch die Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ungefähr sind. Je höher die Quote, desto mehr Lohn zahlst du für nicht geleistete Arbeit.
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Geschrieben von
Ramon Glebbeek
HR-Experte
Ramon ist ein echter HR-Experte – nicht zuletzt dank seiner jahrelangen Erfahrung bei HoorayHR. Mit seiner Leidenschaft fürs Schreiben relevanter Blogbeiträge und Helpcenter Artikel rund um HR, Onboarding, Performance Management und mehr, bringt er eine besondere Perspektive auf Chancen und Herausforderungen im Arbeitsalltag mit. Als erfahrener HR-Profi und Content Writer gibt Ramon gerne Tipps, wie du Zeit im HR-Alltag sparst und dein Unternehmen zu einem Great Place to Work machst.


