Arbodienst: Alles, was du als Arbeitgeber wissen musst
Was ist ein Arbodienst?
Ein Arbodienst ist eine Organisation, die ArbeitgeberInnen dabei unterstützt, gute Arbeitsbedingungen sicherzustellen und erkrankte Mitarbeitende zu begleiten. Der Arbodienst hilft, Krankmeldungen vorzubeugen, und sorgt dafür, dass Mitarbeitende sicher arbeiten können. Die Bedeutung geht also weit über die reine Unterstützung im Krankheitsfall hinaus; sie umfasst alle Aspekte, die zu einem gesunden Arbeitsumfeld beitragen.
Arbodienste beschäftigen Fachkräfte wie BetriebsärztInnen, Sicherheitsfachkräfte, ArbeitshygienikerInnen sowie Arbeits- und OrganisationsexpertInnen. Diese SpezialistInnen bringen fundiertes Wissen und Beratung mit, damit du deine gesetzlichen Pflichten erfüllst.
Arbodienst-Pflicht: Was sagt das Gesetz?
Laut Arbeitsschutzgesetz ist jedeR ArbeitgeberIn verpflichtet, sich einem Arbodienst oder einer BetriebsärztIn anzuschließen. Das kannst du über einen zertifizierten Arbodienst oder durch einen Basisvertrag mit einer BetriebsärztIn regeln. Diese Verpflichtung stellt sicher, dass sowohl ArbeitgeberInnen als auch Mitarbeitende auf professionelle Unterstützung bei arbeitsbezogenen Fragen zählen können.
Kleine Organisationen mit weniger als 25 Mitarbeitenden können sich für eine vereinfachte Regelung entscheiden. Trotzdem müssen auch sie mindestens einen Vertrag mit einer BetriebsärztIn zur Begleitung erkrankter Mitarbeitender abschließen, genau da hilft dir die richtige HR-Software speziell für kleine- und mittelständische Unternehmen.
Aufgaben eines Arbodienstes
Ein Arbodienst übernimmt verschiedene Aufgaben, die alle zum Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden beitragen:
- Begleitung bei Krankmeldungen und Wiedereingliederung erkrankter Mitarbeitender
- Durchführung einer Risikoinventarisierung und -bewertung (RI&E)
- Präventive Sprechstunden für Mitarbeitende mit gesundheitlichen Beschwerden
- Beratung zu Arbeitsbedingungen und nachhaltiger Einsatzfähigkeit
- Durchführung medizinischer Untersuchungen bei Bedarf
Ein Arbodienst unterstützt dich auch bei der Entwicklung von Richtlinien zur Prävention von Krankmeldungen und zur Förderung eines sicheren Arbeitsumfelds. So steigerst du nicht nur das Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden, sondern senkst auch die Kosten durch Krankmeldungen.
Die richtige Unterstützung wählen
Als ArbeitgeberIn kannst du dich für einen vollständig zertifizierten Arbodienst oder für eine individuelle Lösung entscheiden, bei der du Leistungen verschiedener Fachkräfte wie einer BetriebsärztIn in Anspruch nimmst. Wichtig ist: Deine Mitarbeitenden haben das Recht auf eine Second Opinion durch eine andere BetriebsärztIn, wenn sie Zweifel an einer Empfehlung haben.
Bist du mit der Dienstleistung nicht zufrieden, kannst du jederzeit zu einem anderen Arbodienst wechseln. Achte darauf, dass der neue Anbieter alle gesetzlichen Aufgaben erfüllen kann.
Eine gut organisierte Arbodienstleistung trägt zu einem gesunden Arbeitsumfeld und – wenn nötig – zu einem effizienten Wiedereingliederungsprozess bei. Mit moderner HR-Software kannst du außerdem alle Daten zu Krankmeldungen und Gespräche mit dem Arbodienst einfach dokumentieren und nachhalten, sodass du jederzeit einen vollständigen Überblick über den Status deiner Mitarbeitenden hast.
FAQ zum Arbodienst für Arbeitgeber
Ein Arbodienst ist ein überbetrieblicher arbeitsmedizinischer Dienst, der die Aufgaben eines Betriebsarztes übernimmt. Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz ist jeder Arbeitgeber ab dem ersten Mitarbeitenden verpflichtet, einen Betriebsarzt zu bestellen, unabhängig von der Betriebsgröße. Der Arbodienst berät Arbeitgeber in allen Fragen des Gesundheitsschutzes, führt arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durch und unterstützt bei der Gefährdungsbeurteilung. Der Arbodienst übernimmt unter anderem die Durchführung von Einstellungsuntersuchungen und arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen, die Beratung bei Arbeitsschutz und Unfallverhütung, die Überprüfung von Arbeitsplätzen auf Gesundheitsrisiken sowie die Unterstützung bei der Wiedereingliederung von Mitarbeitenden nach längerer Krankheit. Die Untersuchungsergebnisse unterliegen dabei der ärztlichen Schweigepflicht und dürfen dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden. Die arbeitsmedizinische Vorsorge gliedert sich in drei Kategorien. Die Pflichtvorsorge muss der Arbeitgeber aktiv veranlassen, zum Beispiel bei Tätigkeiten mit besonderen Gesundheitsgefahren. Die Angebotsvorsorge muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden anbieten, ohne sie dazu verpflichten zu können. Die Wunschvorsorge kann jeder Mitarbeitende selbst beim Arbeitgeber einfordern, wenn er arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen vermutet. Termine, Fristen und Nachweise rund um den Arbodienst sollten revisionssicher dokumentiert werden, damit Arbeitgeber bei Kontrollen jederzeit nachweisen können, dass sie ihre Fürsorgepflicht erfüllt haben. Mit einer digitalen Personalakte lassen sich alle relevanten Dokumente DSGVO konform ablegen, Fristen überwachen und Zugriffsrechte klar regeln, ohne dass Gesundheitsdaten für unbefugte Personen einsehbar sind.Was ist ein Arbodienst und wozu ist er verpflichtend?
Was sind die konkreten Aufgaben eines Arbodienstes im Unternehmen?
Welche Arten der arbeitsmedizinischen Vorsorge gibt es?
Wie lassen sich Arbodiensttermine und Gesundheitsdokumente sauber im HR verwalten?
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